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Training
Wer sein Pferd gezielt auf Distanzritte vorbereiten möchte, sollte sich als erstes im Klaren sein, was Training allgemein bedeutet und was man trainiert. Das Ziel der Grundkonditionierung besteht darin, die physiologischen Grundlagen und den Stoffwechsel des Pferdes so zu entwickeln, dass es die Wettkampfbelastung bei minimalem Verletzungsrisiko aushalten kann. Ein Trainingsimpuls ist immer eine Belastung, die über dem gewohnten Belastungslevel liegt. Setze sich einen neuen Trainingsimpuls, füge ich dem Körper Mikroschäden zu, die dieser bei entsprechend langer Regenrationszeit nicht nur kompensiert sonder superkompensiert. Der Körper wird stärker und fitter um beim nächsten Mal die gleiche Belastung aushalten zu können, ohne Schaden zu nehmen. Trainiert werden immer Knochen- und Stützgewebe, die Muskulatur und das Herz-Kreislaufsystem wobei die zwei letzteren sich auf Grund der besseren Durchblutung schneller trainieren lassen als z. B Knochen, Sehnen und Bänder. Als nächstes sollte man wissen, dass Ausdauerleistung hauptsächlich im aeroben Stoffwechselbereich erbracht werden kann. Dies ist der ökonomischste Energiestoffwechsel und funktioniert nur unter Vorhandensein von Sauerstoff in den Muskelzellen. Er ist normalerweise bei nierdiger Bewegungsintensität, also z. B. im Schritt und Trab, aktiviert. Als Abfallprodukte der Glukoseverbrennung entstehen Kohlendioxyd und Wasser, die für die Muskelzellen unschädlich sind. Bei hoher Bewegungsintensität wie z.B. einem Sprint, wird der anaerobe Stoffwechsel genutzt. Dieser arbeitet unter Sauerstoffmangel und bildet als Nebenprodukt die für Muskelzellen schädliche Milchsäure (Laktat). Dieser Stoffwechsel ist nur für kurze Zeiträume sinnvoll aber nicht für intensive Bewegungsaktivitäten über längere Zeit. Normalerweise liegt die Anaerobe Schwelle eines Pferdes zwischen 140 und 150 Pulsschlägen pro Minute. Dies entspricht einem schnellen Trab oder lockeren Galopp. Man sollte also versuchen im Training hauptsächlich im Pulsbereich von 130 bpm zu bleiben, was wiederum einem lockeren Arbeitstrab entspricht. Wichtig ist es auch zu wissen, wie hoch bzw. niedrig der Ruhepuls des Pferdes ist und wie schnell mein Pferd sich nach einer Belastung erholt und den Ruhepuls erreicht hat. Je schneller die Pulswerte nach der Arbeit fallen, desto fitter ist mein Pferd.
Lange und ruhige Aus- oder Wanderritte sind ein optimales Training für Distanzritte. Unterwegs sollte man sein Pferd daran gewöhnen überall zu fressen, zu saufen und zu entspannen. Was nützt ein körperlich fittes Pferd, das in den Pausen vor lauter Nervosität Energie- und Wasserreserven nicht auffüllen kann? Wer nicht immer so viel Zeit fürs Training investieren kann, sollte versuchen während der normalen Ausritte die Trabpassagen allmählich zu verlängern. Wichtig hierbei ist es, ein ruhiges und gleichmäßiges Tempo zu reiten und das ideale „Wohlfühltempo“ des Pferdes herausfinden, in dem es „locker und über den Rücken“ läuft. Auch wichtig ist es, niemals Tempo und Strecke gleichzeitig zu erhöhen. Am besten man verlängert erst langsam die Strecke und arbeitet später auf kürzeren Strecken am Tempo. Nach einem anstregenden Training sollte dem Pferd eine Pause in Form von Weidegang, Longen- oder Bodenarbeit gewährt werden. Ein Übertraining des Pferds ist unbedingt zu vermeiden! Neben dem Ausdauertraining spielt die Gymnastizierung des Pferdes eine sehr wichtige Rolle. Nur ein rittiges und gut gymnastiziertes Pferd wird unbeschadet viele Jahre lange Strecken laufen können. Auch die Haltung und Fütterung ist zu beachten. Optimal sind ganztätiger Weidegang oder eine Offenstallhaltung, bei der das Pferd sich frei bewegen kann und freien Zugang zu Heu, dem wichtigsten Futter für Langstreckenläufer hat.
